Was muss eine Zahl können?What must a number be able to do?
KLIMASCHUTZ SOFORT UND SO VIEL WIE MÖGLICH.
Was muss eine Zahl können, damit sie wirksame Entscheidungen ermöglicht?
Nehmen wir ein Gebäude und zwei funktional äquivalente Gebäudevarianten. Gleiche Geometrie, gleiche thermische Qualität, gleiche Gebäudetechnik. Der wesentliche Unterschied liegt in der Konstruktion: einmal Holz–Stroh, einmal mineralisch.
17,69 oder 23,06
Nach der QNG-Systematik ergeben sich:
Holz–Stroh17,69kg CO₂e/(m²·a)
Massiv23,06kg CO₂e/(m²·a)
Das QNG bewertet damit die Holz–Stroh-Variante als PREMIUM, die massive Variante als PLUS. Beide erfüllen also einen anspruchsvollen Nachhaltigkeitsstandard.
Aber wie weit liegen diese beiden Zahlen tatsächlich auseinander?
Klappen wir die Zahl auf.
Auf unser Modellgebäude und den 50-jährigen Betrachtungszeitraum zurückgerechnet stehen hinter den beiden Einzahlwerten:
Holz–Stroh147,89 tCO₂e
Massiv192,80 tCO₂e
Differenz: 44,91 Tonnen CO₂e.
Fast 45 Tonnen Unterschied zwischen zwei Varianten desselben Gebäudes. Und beide liegen innerhalb der QNG-Grenzen.
Toleranz
Ein Bewertungssystem kann einen erheblichen Unterschied sichtbar berechnen – und trotzdem beide Ergebnisse als qualifizierbar bewerten.
Die Frage ist deshalb nicht nur, ob eine Bilanz Unterschiede berechnet. Sondern auch, welche Unterschiede wir anschließend akzeptieren.
Und die Zahl lässt sich noch weiter öffnen.
83,24 Tonnen – bevor jemand eingezogen ist
Schauen wir nur auf die Herstellung der Baustoffe und Bauprodukte, A1–A3:
Holz–Stroh−5,24 tCO₂e
Massiv+78,00 tCO₂e
Differenz: 83,24 Tonnen CO₂e.
Bei konservativ angesetzten 140 g CO₂ je Fahrzeugkilometer entspricht das ungefähr 595.000 Pkw-Kilometern – knapp 15 Erdumrundungen.
Dieser Unterschied entsteht, bevor jemand eingezogen ist.
Aber im Gesamtergebnis der Ökobilanz über 50 Jahre waren es nur 44,91 Tonnen.
Wo sind die anderen 38,33 Tonnen?
Sie sind nicht verschwunden.
Sie sind Bestandteil derselben Bilanz. Aber im Einzahlwert werden Herstellung, Betrieb, Ersatz und Lebensende über 50 Jahre zusammengeführt. Dadurch ist von den 83,24 Tonnen Unterschied am Anfang im Gesamtsaldo nur noch ein Unterschied von 44,91 Tonnen unmittelbar sichtbar.
Unschärfe
Die Gesamtbilanz ist nicht falsch. Aber sie macht einen Teil des Unterschieds, den wir heute mit der Wahl der Konstruktion entscheiden, im Einzahlwert weniger sichtbar.
Bewertung lässt große Unterschiede zu:
Toleranz.
Aggregation macht einen Teil des heutigen Unterschieds unscharf:
Unschärfe.
Das Ganze bilanzieren. Das Heute scharfstellen.
Die Ökobilanz über den gesamten Lebenszyklus brauchen wir. Aber für Entscheidungen reicht ihr Einzahlwert allein nicht.
Wir müssen ihn aufklappen können.
CUT CARBON NOW. AS MUCH AS POSSIBLE.
What must a number be able to do if it is to enable effective decisions?
Take one building and two functionally equivalent building variants. Same geometry, same thermal performance, same building services. The main difference is the construction: timber and straw in one case, mineral construction in the other.
17.69 or 23.06
Under the German QNG methodology, the results are:
Timber–straw17.69kg CO₂e/(m²·a)
Mineral23.06kg CO₂e/(m²·a)
QNG rates the timber–straw variant as PREMIUM and the mineral variant as PLUS. Both therefore meet a demanding sustainability standard.
But how far apart are these two numbers in absolute terms?
Open up the number.
Converted back to our model building over the 50-year assessment period, the two single-number results represent:
Timber–straw147.89 tCO₂e
Mineral192.80 tCO₂e
Difference: 44.91 tonnes CO₂e.
Almost 45 tonnes of difference between two variants of the same building. And both remain within the QNG thresholds.
Tolerance
An assessment system can calculate a substantial difference – and still qualify both results.
The question is therefore not only whether an assessment calculates differences. It is also which differences we subsequently accept.
And the number can be opened up further.
83.24 tonnes – before anyone moves in
Now look only at the manufacture of building materials and products, modules A1–A3:
Timber–straw−5.24 tCO₂e
Mineral+78.00 tCO₂e
Difference: 83.24 tonnes CO₂e.
Using a conservative 140 g CO₂ per vehicle-kilometre, that is roughly 595,000 car-kilometres – almost 15 times around the Earth.
This difference arises before anyone has moved in.
Yet the 50-year whole-life result showed a difference of only 44.91 tonnes.
Where did the other 38.33 tonnes go?
They did not disappear.
They are part of the same assessment. But the single number aggregates product manufacture, operation, replacement and end of life over 50 years. As a result, of the 83.24-tonne difference at the beginning, only 44.91 tonnes remain directly visible as a difference in the overall result.
Blur
The whole-life assessment is not wrong. But in its single number, part of the difference that we decide today through the choice of construction becomes less visible.
Assessment allows large differences:
Tolerance.
Aggregation blurs part of today’s difference:
Blur.
Assess the whole life cycle. Bring today into focus.
We need whole-life carbon assessment. But its single number is not enough for every decision.
We need to be able to open it up.